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Nordhorn ist die Kreisstadt des Landkreises Grafschaft Bentheim im äußersten Südwesten Niedersachsens, direkt an der Grenze zu den Niederlanden und etwa 20 km nördlich von der Grenze zum Bundesland Nordrhein-Westfalen. Als Mitgliedsgemeinde der Euregio hat die Stadt die Rechtsstellung einer „selbständigen Gemeinde“. Im Jahr 2023 waren 56.600 Einwohner mit Hauptwohnsitz in Nordhorn gemeldet.

Die Stadt liegt auf einer Talsandfläche südlich des Bourtanger Moors und kleinerer emsländischer Moorgebiete. Die nächste Großstadt auf niederländischer Seite ist Enschede, etwa 28 km südwestlich, während auf deutscher Seite Münster (78 km südöstlich) und Osnabrück (80 km östlich) am nächsten liegen. Das Ruhrgebiet befindet sich etwa 100 km südlich von Nordhorn.

Nordhorn hat eine lange Geschichte, die bis in die Steinzeit zurückreicht. Die Region wurde von verschiedenen Völkern besiedelt, darunter die Tubanten, Sachsen und Franken. Im Mittelalter wurde die Siedlung dem Bistum Münster zugeordnet, und im 12. Jahrhundert erwarben die Grafen von Bentheim das Gogericht Nordhorn. Die Stadt entwickelte sich zu einem wichtigen Handelsplatz, und im Zuge der Industrialisierung wurde Nordhorn zu einem bedeutenden Zentrum der Textilindustrie.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs die Stadt aufgrund der Zuwanderung von Heimatvertriebenen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten. Nordhorn wurde zum Verwaltungszentrum und kulturellen Mittelpunkt der Grafschaft Bentheim. In den 1970er Jahren begann ein Strukturwandel, der zum Niedergang der Textilindustrie führte.

Nordhorn hat zahlreiche sehenswerte Bauwerke und Orte, darunter die gotische Hallenkirche St. Augustinus, die auf dem Gelände der ehemaligen Burg erbaut wurde, und die Adler-Apotheke, das älteste Gebäude in der Hauptstraße. Die Innenstadt ist als Fußgängerzone ausgebaut und bietet viele traditionelle norddeutsche Ziegelbauten.

Die Stadt hat auch einige interessante Parks und Grünflächen, wie den Stadtpark, der einst ein Villenpark eines Fabrikanten aus der Gründerzeit war. Im Park befindet sich eine Konzertmuschel, in der regelmäßig Veranstaltungen stattfinden.

Als Zeugnisse der wirtschaftlichen Blütezeit Nordhorns sind der ehemalige Spinnereiturm der Textilfabrik Povel, der heute als Industriedenkmal und Museum dient, und die Textilfabrik Rawe, die vor hundert Jahren in der Bussmaate erbaut wurde, erhalten geblieben.

Bei den Bürgermeisterwahlen 2011 hatte der Niederländer Frans Willeme die Chance, der erste ausländische Bürgermeister in einem Landkreis in Deutschland zu werden. Obwohl er den ersten Wahlgang gewann, konnte er sich letztendlich in der Stichwahl nicht durchsetzen und belegte den zweiten Platz.

Nordhorn hat sich seit dem Niedergang der Textilindustrie erfolgreich gewandelt und ist heute ein wichtiger Standort für Handel, Handwerk, Logistik und Dienstleistungen. Die Wirtschaft der Stadt ist durch eine hohe Anzahl kleiner und mittelständischer Unternehmen geprägt. Durch die Nähe zur niederländischen Grenze besteht auch eine intensive Zusammenarbeit zwischen deutschen und niederländischen Unternehmen, insbesondere im Bereich der erneuerbaren Energien, Umwelttechnik und im Gesundheitswesen.

Die Stadt Nordhorn verfügt über ein breites Angebot an allgemeinbildenden Schulen, darunter Grundschulen, Haupt- und Realschulen, Gymnasien sowie berufsbildende Schulen. Außerdem gibt es eine Musikschule, eine Volkshochschule und eine Kunstschule. Nordhorn hat zwar keine eigene Hochschule, aber es bestehen enge Kooperationen mit den nahegelegenen Hochschulen in Osnabrück, Lingen und Enschede.

Nordhorn bietet eine Vielzahl von Freizeitmöglichkeiten, wie das Euregium, ein Sport- und Veranstaltungszentrum, das regelmäßig Konzerte, Sportveranstaltungen und Messen beherbergt. Die Stadt verfügt auch über ein Freibad und ein Hallenbad, einen Tierpark sowie zahlreiche Sport- und Freizeitvereine.

Jedes Jahr finden in Nordhorn verschiedene Veranstaltungen statt, wie das Stadtfest, der Weihnachtsmarkt und das Bentheimer Musikfestival. Die Stadt ist auch für ihre traditionellen Schützenfeste bekannt, die im Sommer in verschiedenen Ortsteilen ausgerichtet werden.

Nordhorn ist gut an das Verkehrsnetz angebunden. Die Autobahn A31 verläuft in etwa 15 Kilometer Entfernung östlich der Stadt und verbindet Nordhorn mit den Städten Emden, Leer, Lingen, Gronau und weiter südlich mit dem Ruhrgebiet. Die Bundesstraßen B213 und B403 führen ebenfalls durch die Stadt und ermöglichen eine schnelle Anbindung an die umliegenden Städte und Gemeinden. Es gibt außerdem regelmäßige Busverbindungen in die Region und in die Niederlande.

Der nächstgelegene internationale Flughafen ist der Flughafen Münster/Osnabrück (FMO), der etwa 75 Kilometer südöstlich von Nordhorn liegt. Die Stadt hat einen Bahnhof, der jedoch derzeit nur für Güterverkehr genutzt wird. Es gibt jedoch Bestrebungen, die Bahnverbindung für den Personenverkehr wiederzubeleben, um Nordhorn besser an das überregionale Schienennetz anzubinden.

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