Ebergötzen
Ebergötzen ist eine Gemeinde in Südniedersachsen, die im Landkreis Göttingen und in der Samtgemeinde Radolfshausen liegt. Die Gemeinde hat eine Fläche von 19,72 km² und eine Bevölkerungszahl von 1.926 Einwohnern (Stand: 31. Dezember 2021). Die Gemeinde liegt auf einer Höhe von 190 m ü. NHN und ist etwa 15 km östlich von Göttingen an der B 27 über Gieboldehausen nach Herzberg zu erreichen.
Der Ort Ebergötzen ist vor allem durch den Zeichner und Dichter Wilhelm Busch bekannt, der hier von 1841 bis 1846 den größten Teil seiner Schulzeit verbrachte. Die Bachmannsche Mühle, die in der Lausbubengeschichte Max und Moritz von Wilhelm Busch eine zentrale Rolle spielt, gehörte dem Vater seines Freundes Erich Bachmann. Seit 2004 befindet sich das Europäische Brotmuseum in Ebergötzen.
Die Geschichte des Ortes geht auf das Jahr 1013 bzw. 1022 zurück, als der Ort in einer gefälschten Urkunde Heinrichs II. als Euergoteshem erwähnt wurde. Die erste schriftliche Erwähnung des Ortes ist in einer gefälschten Urkunde Heinrichs II. aus dem Jahr 1013 bzw. 1022 als Euergoteshem zu finden. Im Laufe der Geschichte wechselte die Endung des Ortsnamens von „-heim“ auf „-hausen“ und später auf „-sen“. Ende des 14. Jahrhunderts wird in einer Urkunde ein Vorwerk Radolfshausen erwähnt, das seit 1437 im Besitz der Herren von Plesse war. Diese bauten das Vorwerk 1508 zur Burg Radolfshausen aus, deren Hauptgebäude im Dreißigjährigen Krieg zerstört wurde. Als Verwaltungssitz des Amtes Radolfshausen, das bis 1859 bestand, diente ein Amtshaus, das im 18. Jahrhundert errichtet und mehrfach umgestaltet wurde.
Sehenswürdigkeiten in Ebergötzen sind unter anderem der Aussichtsturm auf dem Hünstollen nahe dem Ortsteil Holzerode, der ehemalige Amtshof Radolfshausen, die Wilhelm-Busch-Mühle, eine museal eingerichtete Wassermühle mit oberschlächtigem Wasserrad, sowie die evangelisch-lutherische Kirche St. Cosmas und Damian auf einem kleinen Ausläufer des Hanges an der Herzberger Straße. Die Gemeinde ist auch Teil der Deutschen Märchenstraße.